Schon mehr als 800 Jahre lang begleitet unsere kleine Glocke die Geschicke Hakenstedts durch die Zeiten. Auch ohne Klöppel, der irgendwann einmal verloren ging, ist sie mit ihrer beeindruckenden Geschichte ein wertvolles Zeitdokument. Ihrer Form nach gehört die Zuckerhutglocke in das späte 12. JH, sie dürfte somit um 1180 entstanden sein, noch lange bevor die Zisterzienser 1288 in Hakenstedt ihren Klosteraussenhof gründeten.
Neue Informationen lassen den Schluss zu, daß diese Glocke wesentlich älter sein kann. Diese Feststellung belegt, daß lange vor dem Einzug der Zisterzienser in Hakenstedt sie ihren Dienst im kleinen Kirchlein verrichtet hat.
Nachdem
1312 der Bischof den Zisterziensern die Genehmigung zum Abriss der
alten Kirche erlaubte, dürfte die Glocke zwischenzeitlich zum Klosterhof
gelangt sein. Die Mönche führten den Abriss nicht aus, so daß sie
Anfang des 16. JH ein neues Kirchenschiff mit dem heutigen Grundriss
errichteten. So wird die kleine Glocke wieder ihren ursprünglichen
Platz, im Glockenstuhl von "St. Marien" gefunden haben.
Am
05.06.1942 traf unser Kleinod ein harter Schicksalsschlag, als es mit
ihrer größeren Schwester zum Glockenfriedhof Magdeburg kam. Wegen
handlicher Glockengröße verzichtete man auf ihre Zerschlagung, so daß
sie durch Zufall oder Fügung, unbeschadet 1949 die Heimreise vom
Glockenfriedhof antreten konnte.
Möge sie weitere 800 Jahre in Frieden die Geschicke Hakenstedts und seiner Einwohner begleiten, vielleicht sogar eines Tages runderneuert mit Klöppel.
(aktualisiert 11/2022 B.G.)